kuendigung

DSL-Anbieterwechsel: Schritt für Schritt erklärt

Aktualisiert am 24.07.2026 · Lesezeit ca. 5 Min. · Zuletzt geprüft: 24.07.2026

Warum sich ein Wechsel fast immer lohnt

Über neun von zehn Deutschen zahlen mehr als nötig für ihren Internetanschluss. Der Hauptgrund: Wer nach Ablauf der Mindestlaufzeit nicht wechselt, rutscht oft automatisch in einen teureren Tarif oder zahlt den monatlichen Preis weiter, obwohl günstigere Angebote verfügbar sind.

Ein Wechsel lohnt sich besonders in drei Situationen:

- Die **Mindestlaufzeit endet** bald – dann bist du frei für einen neuen, günstigeren Vertrag
- Du zahlst immer noch den **ursprünglichen Preis**, obwohl der Anbieter zwischenzeitlich günstigere Tarife anbietet
- Du möchtest **mehr Geschwindigkeit** zum gleichen oder niedrigeren Preis

Mit einem Vergleich siehst du in 30 Sekunden, welche Anbieter an deiner Adresse verfügbar sind und was sie kosten.

Schritt 1: Verfügbarkeit prüfen

DSL-Verfügbarkeit ist ortsabhängig. Nicht jeder Anbieter und nicht jede Geschwindigkeit ist an jeder Adresse verfügbar. Der erste Schritt ist deshalb immer die Verfügbarkeitsprüfung.

Dazu brauchst du nur deine **Postleitzahl**. Ein Vergleichsrechner zeigt dir anschließend alle Tarife an deiner Adresse – sortiert nach Preis, Geschwindigkeit oder Bewertung.

Wichtig: Die angezeigte maximale Geschwindigkeit ist ein Richtwert. Die tatsächliche Bandbreite hängt von der Leitungsdistanz zur nächsten Vermittlungsstelle ab. Bei VDSL kann die versprochene Geschwindigkeit abfallen, wenn du weiter als etwa 500 Meter vom Verteiler entfernt wohnst.

Schritt 2: Tarife vergleichen

Beim Vergleichen solltest du auf folgende Kriterien achten:

### Geschwindigkeit
Überlege, wie viel Bandbreite du wirklich brauchst:
- **16–50 MBit/s:** reicht für 1–2 Personen, Streaming in HD und normales Surfen
- **100–250 MBit/s:** gut für Familien, mehrere Geräte gleichzeitig, 4K-Streaming
- **500–1000 MBit/s:** für große Haushalte, Home-Office mit großen Downloads, Gaming

### Preis und Effektivkosten
Vergleiche nicht nur den monatlichen Preis, sondern die **Effektivkosten über 24 Monate**. Einige Tarife locken mit niedrigen Einstiegspreisen, die nach einigen Monaten steigen. Rechne den Durchschnittspreis pro Monat aus.

### Router und Setup-Kosten
Achte auf einmalige Kosten: Router-Miete, Versandkosten oder Anschlussgebühr. Manche Anbieter rechnen die Anschlussgebühr durch Cashback oder Gutschriften wieder auf.

### Wechselbonus
Viele Anbieter gewähren einen Bonus, wenn du von einem Wettbewerber kommst – oft als Guthaben oder Rabatt auf die ersten Monate.

Schritt 3: Alten Vertrag kündigen (oder nicht?)

Hier gibt es zwei Möglichkeiten:

### Variante A: Der neue Anbieter kündigt für dich
In den meisten Fällen übernimmt der neue Anbieter die Kündigung beim alten Anbieter. Das ist der einfachste Weg: Du gibst beim Vertragsabschluss deine bisherige Kundennummer und den Anbieter an, und der neue Anbieter kümmert sich um den Rest.

Das funktioniert aber nur, wenn du dich in der Kündigungsfrist befindest – also wenn deine Mindestlaufzeit bald endet oder bereits abgelaufen ist.

### Variante B: Du kündigst selbst
Wenn deine Mindestlaufzeit noch läuft oder du auf Nummer sicher gehen willst, kündigst du selbst. Das hat den Vorteil, dass du den genauen Kündigungstermin kontrollierst. Formuliere eindeutig: „Hiermit kündige ich meinen DSL-Vertrag fristgerecht zum [Datum]“ und fordere eine schriftliche Bestätigung an.

Schritt 4: Rufnummer mitnehmen (Portierung)

Die Mitnahme deiner Festnetznummer ist gesetzlich geregelt und bei den meisten Anbietern kostenlos oder gegen eine geringe Gebühr möglich. So funktioniert's:

- **Beim Neuabschluss angeben:** Du kannst bereits beim Vertragsabschluss angeben, dass du deine Nummer portieren möchtest
- **Portierungskosten:** Der alte Anbieter darf für die Portierung Gebühren verlangen (oft ca. 5–10 Euro), viele neue Anbieter erstatten diese als Wechselbonus
- **Zeitpunkt:** Die Portierung erfolgt in der Regel zum Wechseltermin – du hast also keine Ausfallzeit
- **Wichtig:** Kündige den alten Vertrag nicht selbst, wenn du portieren möchtest und der neue Anbieter die Kündigung übernimmt. Bei einer Selbstkündigung kann die Portierung ins Leere laufen.

Schritt 5: Übergang und Anschluss-Termin

Der Wechsel ist in der Regel **nahtlos** – du hast keinen Internetausfall. Der neue Anbieter stimmt den Anschluss mit dem alten Anbieter ab. Der Übergabetermin liegt am oder kurz nach dem Ende deines alten Vertrags.

Du erhältst vom neuen Anbieter:

- Einen **Router** (zugeschickt oder zur Abholung, je nach Anbieter)
- Eine **Bestätigung mit dem Anschlussdatum**
- **Zugangsdaten** (PPPoE oder automatische Konfiguration)

Am Tag des Anschlusses verbindest du den neuen Router mit der Telefonsteckdose. Die meisten Router konfigurieren sich automatisch – du musst sie nur mit dem Strom verbinden. Nach etwa 5–15 Minuten ist das Internet aktiv.

Falls der Anschluss doch nicht klappt, bietet jeder Anbieter einen Installationsservice an. Bei komplexeren Fällen (neue Dose, Verkabelung) kann ein Techniker erforderlich sein – das wird vorab angekündigt.

Wie lange dauert der gesamte Wechsel?

Die typische Zeitleiste:

- **Tag 0:** Du vergleichst Tarife und schließt den neuen Vertrag ab
- **Tag 1–3:** Du erhältst die Auftragsbestätigung, der neue Anbieter beauftragt die Kündigung beim alten Anbieter
- **Tag 3–14:** Du erhältst den neuen Router per Post
- **Tag 14–28:** Der Anschluss wird geschaltet – nahtlos, sobald der alte Vertrag endet

In den meisten Fällen ist der Wechsel innerhalb von **zwei bis vier Wochen** erledigt. Verzögerungen entstehen meist durch ungeklärte Kündigungsfragen beim alten Anbieter oder technische Engpässe bei der Schaltung.

Jetzt in 30 Sekunden sparen

Kostenlos und unverbindlich vergleichen. Du entscheidest, ob du wechseln möchtest.

DSL-Tarife vergleichen →

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein DSL-Anbieterwechsel?

In der Regel zwei bis vier Wochen. Der neue Anbieter koordiniert den Anschluss mit dem alten Anbieter, sodass du keinen Internetausfall hast.

Muss ich selbst kündigen?

Nicht zwingend. In den meisten Fällen übernimmt der neue Anbieter die Kündigung beim alten Anbieter für dich. Du kannst aber auch selbst kündigen, um den Termin genau zu kontrollieren.

Kann ich meine Telefonnummer behalten?

Ja, die Portierung deiner Festnetznummer ist gesetzlich geregelt. Du gibst den Wunsch beim Neuabschluss an. Der alte Anbieter kann eine geringe Gebühr verlangen, die viele neue Anbieter erstatten.

Habe ich während des Wechsels keinen Internetzugang?

Normalerweise nicht. Der Wechsel erfolgt nahtlos: Sobald der alte Vertrag endet, wird der neue Anschluss geschaltet. Der Router kommt vorher per Post bei dir an.

Lohnt sich ein Wechsel auch ohne Ablauf der Mindestlaufzeit?

In der Regel nicht, da du bei einer vorzeitigen Kündigung ohne Sonderkündigungsrecht die restlichen monatlichen Gebühren zahlen müsstest. Prüfe vorher, ob ein Sonderkündigungsrecht besteht.